Nach den historischen Tiefständen im letzten Jahr können europäische Unternehmen etwas aufatmen. Stabilere Verschuldungsgrade und bessere Gewinnkennzahlen sorgen für Entspannung für Bondinvestoren

Profitabilität erholt sich – ist die Krise überwunden?

Nach den historischen Tiefständen im letzten Jahr können europäische Unternehmen etwas aufatmen. Stabilere Verschuldungsgrade und bessere Gewinnkennzahlen sorgen für Entspannung für Bondinvestoren

In den letzten Beiträgen betrachteten wir die Auswirkungen der Pandemie auf einzelne Branchen (https://capinside.com/c/pandemie-auswirkungen-auf-branchen-wenig-ueberraschendes), nun geht es darum, einen ersten Rückblick auf die Entwicklung der Kreditqualitäten im Pandemiejahr 2020 und im ersten Halbjahr 2021 zu werfen.

Zur Einführung ein kurzer Blick auf das langfristige Bild, der helfen soll, die Veränderungen im Laufe von 2020 einzuordnen:

(alle folgenden Analysen basieren auf gleichmäßig gemittelten Kennzahlen der 30 DAX-Mitglieder per 10. August 2021, Datenquelle ist S&P Capital IQ, sowie eigene Berechnungen)

Die Veränderung der gesamten Kreditbewertung (Kreditscore) und insbesondere der Teilkomponente Profitabilität/Kapitaleffizienz gab es in dieser Dramatik erst zweimal in dem uns bekannten Zeitraum: Nach der Dotcom-Blase 2001 und im Nachlauf der Finanzkrise 2008/09. Die Auswirkungen der Pandemie und der zu ihrer Bekämpfung eingesetzten staatlichen Maßnahmen waren also vor allem auf der Einkommensseite der Emittenten zu spüren.

Wir verkürzen den Betrachtungszeitraum auf die Zeit von Januar 2018 bis heute und sehen eine höchst erfreuliche Entwicklung. Vor einigen Monaten war noch nicht abzusehen, wie lang sich die Krise hinziehen würde und der Ausblick war entsprechend trostlos (https://capinside.com/c/der-credit-crash-kommt). Seitdem hat sich das Bild zum Glück gewandelt:

Die Veränderung der gesamten Kreditbewertung (Kreditscore) und insbesondere der Teilkomponente Profitabilität/Kapitaleffizienz gab es in dieser Dramatik erst zweimal in dem uns bekannten Zeitraum: Nach der Dotcom-Blase 2001 und im Nachlauf der Finanzkrise 2008/09. Die Auswirkungen der Pandemie und der zu ihrer Bekämpfung eingesetzten staatlichen Maßnahmen waren also vor allem auf der Einkommensseite der Emittenten zu spüren.

Wir verkürzen den Betrachtungszeitraum auf die Zeit von Januar 2018 bis heute und sehen eine höchst erfreuliche Entwicklung. Vor einigen Monaten war noch nicht abzusehen, wie lang sich die Krise hinziehen würde und der Ausblick war entsprechend trostlos (https://capinside.com/c/der-credit-crash-kommt). Seitdem hat sich das Bild zum Glück gewandelt:

Gleich zu Beginn der Pandemie (ab Q1/2020) erhöhten die meisten der betrachteten Emittenten ihren Eigenkapitalhebel und verschoben die Fristigkeit des aufgenommenen Fremdkapitals weiter in die Zukunft. Damit drehte sich der zuvor beobachtbare Trend zu kürzerer Verschuldung. Dies ist im Score Fristigkeit/Bilanzstruktur erkennbar. Im Gegenzug dazu stieg selbstverständlich der Verschuldungsgrad, was bei einer länger andauernden Krise und damit länger ausbleibender Profitabilität zum Problem geworden wäre. Da eine höhere Verschuldung ceteris paribus negativ für die Kreditqualität ist, bewegte sich der Score Verschuldungsgrad bis zum Jahreswechsel 2020/2021 nach unten.

Mit Beginn von 2021 stabilisierte sich die Entwicklung der Fristigkeit/Bilanzstruktur, d.h. es wurden keine weiteren Neuschulden (über dem normalen Maß) aufgenommen. Durch steigende Erträge (Score Profitabilität/Kapitaleffizienz) und bessere Qualitäten der Vermögenswerte konnte sich auch der Score Verschuldungsgrad wieder deutlich verbessern. Die Profitabilität hat zwar noch nicht wieder die Werte der vorangegangenen Jahre erreicht, die Entwicklung macht jedoch Mut.

Zum Glück haben sich die Katastrophenszenarien aus der Prognose im vergangenen Jahr nicht eingestellt. Durch rechtzeitige Reaktion der Konzernlenker wurden die richtigen Weichen gestellt, und die Krise konnte umfahren werden. Diese Analyse war auf die 30 DAX-Members beschränkt, die allein aufgrund ihrer Größe auch in schwierigen Zeiten einen guten Zugang zu Fremdkapital genießen. In den nächsten Schritten muss der Blick auch auf kleinere Emittenten geworfen werden. Hierbei soll auch erörtert werden, in welchem Maße in Zukunft genauer auf Nachhaltigkeitskriterien geachtet werden muss. ESG-Kriterien werden immer häufiger bei der Kapitalanlage und bei Kreditentscheidungen angeführt. Verhilft diese Entwicklung nachhaltigen Emittenten zu geringeren Kreditkosten? Kann ein Bilanzanalyst aus negativen ESG-Bewertungen auf Bilanzbetrug und andere nicht-finanzielle Kreditrisiken schließen?

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